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Besinnliches zum 60ster Geburtstag der NATO

Die NATO wird 60, ein Anlass für Rückblicke, Ausblicke und Danksagungen. Im Bundestag dankte Angela Merkel der NATO, weil sie stets für „Frieden“ eingetreten sei und bis heute das Ziel verfolge, „dass aus Feinden Freunde werden“. Die NATO habe (vermutlich deshalb) ihr Schwergewicht von der Abschreckung auf die Intervention verlagert, sie müsse in Zukunft aber dem „Prinzip der vernetzten Sicherheit“ folgen, was etwa heißt: Die USA führen mit ihren willigen Partnern Krieg gegen Taliban, Deutschland schützt im Auftrag der NATO Mohnfelder und baut Rathäuser für Stammesfürsten. Westerwelle wies darauf hin, dass die NATO eine Wertegemeinschaft sei, aber kein Subunternehmen der UN werden dürfe.

Rettende Häfen in stürmischer See

Was tun in der Krise? Beschäftigte auf Betteltour schicken und Milliardärstränen weinen, die Amerikaner loswerden, die heimische Wirtschaft abschotten. Wozu? Etwas unerfreulich ist das. Karl Marx arbeitet heraus, dass „Nichteigentümer“, heute würde man Manager sagen, mit dem Kapital „ganz anders ins Zeug gehen als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer“, da demaskiert sich ein Eigentümer nach dem anderen als Hasardspieler. Nun auch Maria-Elisabeth Schaeffler. Ihr Vater hatte sich die jüdische Davistan gekrallt und sie 1946 in Schaeffler umbenannt. Sie mehrte zunächst das Kapital, bis sie im Sommer 2008 der Übermut einfing. Sie besorgte sich Kredite, um die dreimal größere Continental zu erwerben. Doch während sie den Coup im Nerzmantel feierte, fraß die Krise Absatz und Aktienwert weg. Geblieben sind Schulden und treue Mitarbeiter, die jetzt vom Staat Milliarden fordern. „Man kann nicht im Nerzmantel nach Staatshilfe rufen“, sagt Olaf Scholz, der übersieht, dass sie den längst nicht mehr trägt.

10 Jahre Wiedervereinigung: Wie das demoralisierte Bewusstsein auch die Linke erfasste

Die vereinte Nation gab der Demoralisierung des Bewusstseins einen Schub, aber vieles von dem, was Linken die Revolution und das eigene Leben schwer macht, war vorher da: Der falsche Glaube an das Soziale im Markt; das integrierte Denken, das auf die Gnade des Herrn und das Gelingen des Ganzen verpflichtet ist; der stete Angriff auf das "Anspruchsdenken" der 68er und die Müdigkeit von Ex-Revoluzzern, die nun als Kronzeugen immerfort Tabubrüche beisteuerten. Dazu kam die große Gehirnwäsche. Der Ruin des Ostblocks, weniger sein unsympathisches Gesicht, suggerierte dem Wuppertaler, in einem guten Kaufhaus zu leben. Fleiß und Unterwerfung schienen sich gelohnt zu haben, sonst würde der gesamte Osten doch nicht um seine Zustände betteln. Der Markt-Darwinismus, der die Auslese von Siegern und Verlierern in permanenter Konkurrenz unter Staaten, Firmen und Menschen regelt, setzte sich totalitär in die Köpfe. Der Markt war nun nicht mehr nur die beste aller schlechten Welten, sondern die einzige Welt.

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